Bundesparteitag
Beim Bundesparteitag letztes Wochenende ging es hoch her. Nachdem Samstag vormittag noch alle dachten in eine Vorsitzendenwahl ohne Wahl zu gehen, zeigte sich der Parteitag für Überraschungen gut. Die erste: das neue CI des Verbands, das uns im althergebrachten Blau und Gelb begrüßte. Nach einer kritischen Aussprache, sorgte die plötzliche Kandidatur von Marie-Agnes Strack-Zimmermann, die neben Wolfgang Kubicki für den Vorsitz kandidierte, für Spannung. In einer fulminanten Rede legte sie die Gründe für ihre Kandidatur und ihre Ziele für den Verband dar. Daneben wirkte Kubickis versöhnliche Rede eher blass. Er wurde von der Kandidatur sichtlich überrascht. Die Stimmung im Saal war angespannt, so still und aufmerksam waren die Delegierten noch selten. Mit rund 40:60% gewann Wolfgang Kubicki die Kampfabstimmung. Für uns Freie Demokraten ein viel Diskutiertes Ergebnis. Es wird geschrieben von der Spaltung der FDP. Ich sehe darin ein durchaus positives Ergebnis für die Partei. Wolfgang Kubicki hätte auch ohne Gegenkandidatur kein gutes Ergebnis bekommen - zu umstritten und altgedient und auch zu populistisch ist er, alsdass er für viele Mitglieder der FDP einen Neuanfang der Partei verkörpern hätte können. Nun hat er sich gegen eine starke Konkurrentin durchgesetzt. Es zeigt, dass die Partei die Demokratie lebt, denn der Parteitag war so nun nicht nur ein Gremium zum abknicken. Und es versöhnt all die vielen, die dieser Partei dieses Wochenende den Rücken kehren wollten, weil sie die Richtung in die der neue Vorstand die Partei führen könnte nicht mittragen wollten. Denn 40% war auch ein sehr gutes Ergebnis für Marie-Agnes Strack-Zimmermanns Spontankandidatur.
Auch bemerkenswert ist der weitere Vorstand: sowohl im Präsidium als auch im Gesamtvorstand sind knapp 50% Frauen!
Aus Baden Württemberg sind wir mit Michael Link und Benjamin Strasser im Präsidium vertreten und mit Alena Trauschel, Laura Hahn, Nicole Büttner, Judith Skudelny und Helena Herzig als Beisitzern.
Die einzige Überraschungen bot bei der Wahl des weiteren Vorstands eigentlich nur die Wahl von Nadine Zaya zur Beisitzerin im Präsidium, die sich im ersten Wahlgang gegen zwei weitere Kandidaten durchsetzte.
Der weitere Parteitag, die Wahl der ALDE Delegierten und die Antragsberaung liefen wie erwartet ab. Leider konnte, wegen der berechtigt langen Aussprache und den vielen Wahlen nicht einmal der Leitantrag verabschiedet werden.
Dieser Artikel ist geschrieben von Marianne Schäfer, Delegierte zum Bundesparteitag.